Vom 14. bis 17. Mai 2026 verwandelte sich die Stadt Biel in die Blasmusikhauptstadt der Schweiz. Rund 25'000 Musizierende, 2'400 Helfende und über 100'000 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz strömten ans 35. Eidgenössische Musikfest. Und die Musikgemeinschaft Bretzwil-Lauwil war mittendrin.
Am verregneten Freitagmorgen starteten wir voller Vorfreude mit dem Car Richtung Biel. Erste Station: der Flugplatz Grenchen – für einen stärkenden Kaffee und eine bange Frage: Ist eine Marschmusikprobe bei diesem Wetter überhaupt möglich? Die Antwort war: Ja, natürlich! Die Blechbläser spielten tapfer, während die Holzbläser «trocken» übten – wobei trocken dabei absolut niemand blieb. Dennoch: Einmal alles am Stück durchgespielt, mit Grenchner Fussballern als ungeplantem Publikum – Mission erfüllt.
Dank tadelloser Car-Organisation konnten wir die Instrumente fast direkt vor dem Instrumentendepot in einer Tiefgarage abladen. Gestärkt von Foodstand-Köstlichkeiten und begleitet von den Klängen des Musikvereins Fehren genossen wir die Festzeltatmosphäre, bevor es zum Einspielen ging. Freundlich empfangen und gut eingestimmt, folgte unser Konzert im Kongresshaus. Der Saal füllte sich rasch, und so durften wir vor fast vollem Haus aufspielen. Wir kamen souverän durch unser Programm – mit zweisprachigen Ansagen und gelben Regenmützen als Schutz vor dem «imaginären» Regen sorgten wir für manch ein Schmunzeln im Publikum.
Nach einer wohlverdienten Shötli-Runde und einem hervorragenden Abendessen kam vom OK EMF die Entscheidung: Die Marschmusikparade wird durchgeführt! Also hiess es: Instrumente fassen, Uniform richten, und los. Unter rund 550 teilnehmenden Blasmusikvereinen wollten auch wir unser Bestes geben – auch wenn die beeindruckende Performance des Vereins direkt vor uns die Nervosität nicht gerade senkte.
Was dann folgte, lässt sich am besten unter dem Motto «es hat Spass gemacht, und schön waren wir dabei» zusammenfassen. Bereits bei der ersten Figur herrschte leichte Uneinigkeit darüber, in welche Richtung sich die Acht drehen sollte. Ein zu Boden gefallenes Marschbüchlein sorgte für zusätzliche Improvisation, und ein spontaner Kontermarsch – die Marschstrecke war doch kürzer als gedacht – führte zu einer spiegelverkehrten Formation, bei der nicht alle einer Meinung waren, ob nun die Figuren nach Plan oder kreativ dagegen auszuführen seien. Es soll Musikantinnen und Musikanten gegeben haben, die danach ein Schnäpsli mehr als üblich benötigten. Das reichhaltige Videomaterial – darunter Trommel-Kamera-Aufnahmen und der SRF-Livestream – wird dafür sorgen, dass diese Marschmusik in bester Erinnerung bleibt. 😉
Umso grösser war die Freude bei der Rangverkündigung: 176 Punkte in der Unterhaltungsmusik und 86 Punkte in der Marschmusik – ein Ergebnis, auf das wir zu Recht stolz sein können!
Nach der Marschmusik liessen wir den Abend beim Festgelände ausklingen – die einen in wärmeren Bars und Restaurants, die anderen mit Livemusik unter dem Festzelt-Himmel. Die Carfahrt nach Neuenburg war ruhig; alle freuten sich aufs Bett – auch wenn ein (zu?) moderner Lift im Hotel es fast verhinderte, dass ein paar Musikantinnen und Musikanten überhaupt ihre Zimmer erreichten.
Der Folgetag brachte noch eine spannende Musikreise zu den Grotten von Vallorbe sowie als herzlicher Abschluss einen wunderschönen Empfang durch die Dorfbevölkerung zu Hause. Vielen herzlichen Dank dafür!